Nordwindmelancholie
oder die Quintessenz einer Schuld , 2002

Nichts ist für immer, aber das, was war, das bleibt; es gibt kein Sein im Sein. Wenn man über das Watt fährt, zur heiligen Insel, nicht wenn die Sonne den Himmel in ein kitschiges Blau verwandelt, sondern wenn ihre Strahlen in nebligen Wolkenfeldern versickern, dann vergesse ich es, kurzfristig, vergesse ich meine Schuld, meine aberwitzige Wandlung für einen Sinn in meiner Schuld.

Es handelt sich um eine wahre Begebenheit, so wahr, wie Ihr es Euch nur denken könnt. Dafür verbürge ich mich. Auf einem Bahnhof beginnt sie, die Katastrophe meiner Existenz. er Express aus Frankfurt fährt ein. Eine metallene Stimme kündigt ihn an. Wie sie aussteigt, sich suchend umguckt, wie andere, von anderen erwartet, sich an Hälse werfen. Unsere Begrüßung fällt kühl aus, trotz der Komplimente über ihre Bräune. Fragen, wie die Reise war, aber man sieht es ja. Kurzes Kommentieren, abwehrendes Nicken, ja-ja- draußen ist es nasskalt.