Schneelandschaft
aus "Grenzfahrt und andere Fluchten"
(noch nicht erschienen)

Von meinem Platze aus in Fahrtrichtung direkt am Fenster sah ich hinaus in die vorbeiziehende Schneelandschaft. Alles war in ein Weiß-Grau getaucht. Lediglich die kleinen Wälder und einsam dastehenden Häuser stachen als dunkler Kontrast daraus hervor. Dann bei Kilometer 203 (ich erinnere mich, weil der nun folgende Vorgang genau beim Blick auf das Streckenschild mit dieser Zahl begann) senkte sich ein durchsichtig trüber Schatten auf die Scheibe, und ich wurde ärgerlich, denn dieser Schatten reflektierte das, was sich im Zug abspielte, nämlich das nun Sitzen einer Person mir gegenüber.Ich hatte das sonst gar nicht wahrgenommen, so vertieft träumte ich in die Idyllen hinter dem Fenster hinein, und auch jetzt, wo ich darin gestört wurde, würdigte ich der Person keines Blickes, sondern stierte unverhohlen und absichtlich noch gewollter weiter nach draußen, als akzeptierte ich niemanden um mich herum.
Allerdings konzentrierte sich meine Aufmerksamkeit nun des öfteren, während ich